Wichtiges zusammengefasst...

 

Wichtige Aspekte bei der Haltung von Primaten 

1. Rechtliche Vorgaben 

  • Genehmigungspflicht: In vielen Ländern brauchst du eine Haltegenehmigung (§11 Tierschutzgesetz in Deutschland).
  • Meldung beim Veterinäramt: Haltung muss dem zuständigen Amt gemeldet werden.
  • Sachkunde: Du musst Fachwissen zur Art, Haltung, Fütterung und Pflege nachweisen können.
  • Artenschutz & Dokumentation: Viele Primatenarten unterliegen dem Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES). Herkunftsnachweise sind Pflicht.

 

2. Sozialstruktur 

  • Keine Einzelhaltung! Krallenaffen und Totenkopfäffchen sind hochsoziale Tiere und dürfen niemals alleine gehalten werden. Nur in Einzefällen die belegt werden müssen, gibt es Sonderregelungen!
  • Harmonie der Gruppe regelmäßig beobachten – Gruppenstruktur kann sich verändern.

 

3. Gehegeanforderungen

  • Innen- und Außengehege mit ausreichend Platz (je nach Tierart unterschiedlich)
  • Temperatur & Luftfeuchtigkeit: Tropische Arten benötigen konstante Temperaturen (ca. 24–28 °C) und hohe Luftfeuchtigkeit (50–70 %).
  • Licht: UV-Licht (z. B. durch spezielle Lampen) für Vitamin-D-Synthese ist nötig, wenn kein echtes Sonnenlicht möglich ist.

 

4. Gehegegestaltung 

  • Kletter- und Rückzugsbereiche in mehreren Ebenen
  • Abwechslungsreiche Einrichtung (Wechsel regelmäßig)
  • Sichere Materialien – keine scharfen Kanten, keine giftigen Pflanzen
  • Beschäftigung/Enrichment: Tägliche Anregung durch Futterspiele, neue Materialien, Training etc.

 

5. Fütterung 

  • Artgerechte, abwechslungsreiche Ernährung: Frisches Obst, Gemüse, Insekten, spezielle Affenpellets, Baumharz oder Gummiarrabicum
  • Keine menschlichen Lebensmittel! (z. B. Zucker, Salz, Gewürze, Schokolade sind giftig)
  • Individuelle Bedürfnisse berücksichtigen: Alter, Gesundheitszustand, Aktivität.

 

6. Gesundheit & Hygiene 

  • Tägliche Gesundheitskontrolle durch Beobachtung (Appetit, Verhalten, Kot etc.)
  • Strikte Hygiene im Gehege – sauber, aber nicht steril (natürliche Mikroflora erhalten)

 

7. Bindung & Vertrauen 

  • Geduldiger Aufbau von Vertrauen durch ruhiges Verhalten, Training mit Belohnung
  • Kein Zwang, kein "Zähmen" – Respekt vor dem Tier steht im Vordergrund

 

8. Urlaubs- und Notfallplanung 

  • Wer übernimmt Betreuung im Krankheits- oder Urlaubsfall?
  • Notfallnummer vom Tierarzt griffbereit halten
  • Transportboxen und Ausweichgehege bereitstellen

 

9. Dokumentation & Kontrolle 

  • Fütterungs-, Gesundheits- und Verhaltensprotokolle führen (vor allem bei Zucht oder artenschutzrechtlicher Haltung)
  • Gehege regelmäßig kontrollieren: Sicherheit, Sauberkeit, Struktur